Virtualisierung

Backup-Strategie für KMU: 3-2-1-Regel, Ransomware, M365

Ein Backup merkt man erst, wenn man es braucht, und dann muss es funktionieren. Dieser Leitfaden zeigt, wie KMU ihre Datensicherung planen: Ziele für Datenverlust und Ausfallzeit, die 3-2-1-Regel, eine Kopie außer Reichweite von Angreifern, getestete Wiederherstellungen sowie Microsoft 365 und virtualisierte Server. Grundlage sind die Empfehlungen des BSI. Stand: Oktober 2026.

Stand
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12 Minuten
Betrieb und Wiederherstellung zusammendenken.
  1. 01Betreiben
  2. 02Sichern
  3. 03Wiederherstellung prüfen
Prinzip: Serverbetrieb, getrennte Sicherung und ein geprüfter Weg zurück.

Warum Backups gerade für KMU zählen

Der aktuelle BSI-Lagebericht 2025 nennt dazu Zahlen des Bundeskriminalamts für das Jahr 2024: 950 Ransomware-Angriffe wurden bei der Polizei angezeigt, etwas weniger als im Vorjahr. 72 Prozent dieser angezeigten Fälle gingen mit Datenleaks oder deren Androhung einher, und rund 80 Prozent der 2024 angezeigten Angriffe zielten auf kleine und mittlere Unternehmen. Angreifer nehmen laut BSI zunehmend auch kleine und Kleinstunternehmen mit schwach geschützten Systemen ins Visier, selbst wenn dort weniger Lösegeld zu holen ist. Das Fazit des BSI: Backups bleiben essenziell gegen Ransomware, helfen aber nicht gegen Datenleaks. Dazu kommt laut BSI, dass Cyberversicherungen in ihren Bedingungen Sicherheitsmaßnahmen wie ein geeignetes Backup-Konzept vorgeben und im Schadensfall genau auf Versäumnisse prüfen.

Achtung: Ein Backup löst nur die Hälfte des Problems

Gegen verschlüsselte Daten hilft ein Backup, gegen gestohlene nicht. Das BSI rät deshalb auch zur Datensparsamkeit: Nur gespeicherte Daten können abfließen. Alte Bestände, die niemand mehr braucht, sind ein Risiko ohne Nutzen.

RPO und RTO: erst die Ziele, dann die Technik

Jede Sicherung braucht zwei Zielwerte aus dem Notfallmanagement. Der BSI-Standard 200-4 definiert sie so:

  • RPO (Recovery Point Objective), der maximal zulässige Datenverlust: wie alt verfügbare Daten höchstens sein dürfen, um im Notbetrieb sinnvoll weiterzuarbeiten. Daraus folgt der Sicherungszyklus. Wer höchstens einen Arbeitstag verlieren darf, braucht mindestens eine tägliche Sicherung.
  • RTO (Recovery Time Objective), die geforderte Wiederanlaufzeit: der Zeitraum vom Ausrufen des Notfalls bis zur geforderten Inbetriebnahme, etwa bis ein IT-System auf den letzten gesicherten Stand zurückgesetzt ist.

Der IT-Grundschutz-Baustein CON.3 Datensicherungskonzept verlangt, die Anforderungen je IT-System mit den Fachverantwortlichen zu erheben, von Datenmenge und Änderungsvolumen bis zu rechtlichen Vorgaben. Daraus entstehen Datensicherungspläne: welche Daten wie gesichert werden, in welcher Reihenfolge Systeme wiederhergestellt werden, wie lange Sicherungen aufbewahrt und wie sie vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Auch Router, Switches und andere Geräte mit gespeicherten Konfigurationen gehören laut BSI dazu.

Sicherungsarten: voll, inkrementell, differenziell, Snapshot, Image

Die wichtigsten Sicherungsarten im Überblick

ArtWas gesichert wirdZu beachten
VollsicherungAlle ausgewählten DateienDateien sind leicht auffindbar; braucht am meisten Zeit und Speicher.
InkrementellWas seit der letzten Sicherung gleich welcher Art neu oder geändert istSchnell und sparsam; die Wiederherstellung braucht die Vollsicherung und alle folgenden Inkremente.
DifferenziellWas seit der letzten Vollsicherung neu oder geändert istWiederherstellung aus Vollsicherung und letzter Differenz; der Umfang wächst bis zur nächsten Vollsicherung.
SnapshotZwischenstand einer VM oder eines Speichersystems, abhängig von den OriginaldatenLaut BSI eine Ergänzung für schnelle Zwischenstände. VMware rät ausdrücklich, Snapshots nicht als Backup zu verwenden.
ImageAbbild einer ganzen VM oder FestplatteStellt ein komplettes System wieder her; der Proxmox Backup Server legt VM-Abbilder als Image-Archive ab.

Voll, inkrementell und differenziell nach NIST SP 800-34 Rev. 1; Snapshot nach BSI-Baustein CON.3 und Broadcom; Image nach Proxmox-Dokumentation. Quellen am Artikelende.

Moderne Software verwischt die Grenzen: Der Proxmox Backup Server überträgt nur Änderungen, trotzdem verweist laut Hersteller jede Sicherung auf alle Daten und ist damit eine Vollsicherung. Und ein RAID-Verbund ist kein Backup. Das BSI begründet das so: Gespiegelte Daten werden gleichzeitig verändert, RAID schützt also vor einer defekten Festplatte, nicht vor versehentlichem Überschreiben oder Schadsoftware.

Die 3-2-1-Regel und die Erweiterung 3-2-1-1-0

Die bekannteste Faustregel lautet 3-2-1. Das BSI empfiehlt sie in einem Hilfsmittel zum Standard 200-4: drei aktuelle Versionen wichtiger Dateien, auf zwei verschiedenen Medien, an mindestens einem weiteren Ort. Ein Papier der Carnegie Mellon University für das US-CERT von 2012 präzisiert: das Original und zwei Backups, auf zwei Medientypen, eine Kopie außer Haus. Für die Regel verweist es auf Peter Kroghs Buch „The DAM Book“ über digitale Bildverwaltung für Fotografen (2. Auflage 2009).

Die Erweiterung 3-2-1-1-0 stellt der Backup-Hersteller Veeam als eigene Erweiterung der Regel vor; sie ist ein Herstellerbegriff und keine Norm und kommt in den hier ausgewerteten BSI-Dokumenten nicht vor. Veeam ergänzt eine unveränderliche oder vom Netz getrennte Kopie (die zweite 1) und null Fehler bei der Wiederherstellung, belegt durch Prüfungen und Tests (die 0). Inhaltlich deckt sich das mit zwei BSI-Empfehlungen: mindestens eine Kopie offline und regelmäßige Wiederherstellungstests.

Offline und unveränderlich: die Kopie, die Angreifer nicht erreichen

Laut Maßnahmenkatalog Ransomware des BSI suchen Angreifer mit erbeuteten Administratorrechten gezielt nach allen Backups und verschlüsseln sie mit. Deshalb soll mindestens je eine Kopie offline liegen, also nach der Sicherung von den übrigen Systemen getrennt sein (Air Gap): auf getrennten Bändern, in einem Archiv mit physischem Zugriff oder in einem komplett vom eigenen Netz getrennten Cloud-Speicher.

  • Trennung prüfen: Ein Domänen-Administrator versucht testweise, auf die getrennten Kopien zuzugreifen. Laut BSI darf das nicht gelingen.
  • Schreibrechte begrenzen: Sicherungen müssen laut CON.3 vor Überschreiben geschützt sein; besonders schützenswerte Medien sollen nur während Sicherung und Wiederherstellung verbunden sein.
  • Räumlich trennen: Sicherungsmedien gehören getrennt von den gesicherten Systemen, möglichst in einen anderen Brandabschnitt.
  • Unveränderlich speichern (Immutability): Vorhandene Sicherungen lassen sich nicht nachträglich ändern. Microsoft 365 Backup nutzt dafür nur anhängend beschreibbaren Speicher, der Proxmox Backup Server überschreibt vorhandene Datenblöcke nicht, WORM-Bänder lassen sich weder löschen noch überschreiben.
  • Weit genug zurück sichern: Angreifer bewegen sich laut BSI teils mehrere Wochen im Netz und können so bereits im Backup stecken. Vor einer Wiederherstellung gehört eine Prüfung auf Schadsoftware dazu.

Verschlüsselung und Zugangsdaten getrennt aufbewahren

Eine Sicherung bündelt die wertvollsten Daten des Unternehmens. Bei erhöhtem Schutzbedarf empfiehlt CON.3, alle Sicherungen zu verschlüsseln und die Schlüssel mit einer eigenen, getrennten Sicherung zu schützen. Der Baustein nennt auch den Grund: Ist mit dem Datenverlust auch der Schlüssel weg, lässt sich die Sicherung nicht mehr einspielen.

  • Schlüssel getrennt aufbewahren: Die Proxmox-Dokumentation empfiehlt Passwortmanager plus USB-Stick an einem sicheren Ort, der Hauptschlüssel lässt sich als QR-Code ausdrucken. Die Verschlüsselung (AES-256-GCM) ist dort nicht standardmäßig aktiv.
  • Notfallunterlagen auf Papier: Wichtige Dokumente, Kontaktdaten und Passwörter ausgedruckt bereitzuhalten, kann laut BSI nötig sein, damit sie auch bei verschlüsselten Systemen verfügbar sind.
  • Administratorkonten absichern: Privilegierte Konten nur für Administration und immer mit Zwei-Faktor-Authentisierung, so das BSI. Das gilt auch für die Backup-Software.

Wiederherstellung regelmäßig testen

CON.3 macht den Test zur Basis-Anforderung: Es muss regelmäßig geprüft werden, ob gesicherte Daten einwandfrei und in angemessener Zeit zurückgespielt werden können. Ein festes Intervall nennt das BSI nicht. Die Proxmox-Dokumentation empfiehlt automatisierte Tests oder zumindest Stichproben, etwa wöchentlich oder monatlich, immer in eine neue VM statt über die laufende.

  • Einzelne Datei und ganzes System üben, nicht nur die Datei aus dem Papierkorb.
  • Zeit messen: Passt die tatsächliche Dauer zur RTO?
  • Integrität prüfen lassen: Verifikationsjobs vergleichen Prüfsummen. Proxmox nennt sie selbst eine zusätzliche, aber keine ausreichende Schutzmaßnahme.

Microsoft 365: Wer sichert Ihre Daten?

In Microsofts Modell geteilter Verantwortung liegen Kundendaten, Konfigurationen und Identitäten bei allen Cloud-Modellen, ausdrücklich auch bei Microsoft 365, in der Verantwortung des Kunden; Microsoft betreibt Rechenzentren, Hardware und Plattform. Laut Microsoft ist das Modell eine Orientierung, keine vertragliche Aussage. Die eingebaute Wiederherstellung ist begrenzt:

Eingebaute Wiederherstellung in Microsoft 365

DienstEingebaute WiederherstellungGrenze
SharePointZweistufiger Papierkorb, insgesamt 93 Tage; gelöschte Websitesammlungen ebenfalls 93 TageDanach noch 14 Tage Sicherungen für die Wiederherstellung ganzer Websites über den Support, dann endgültig weg.
OneDriveGesamtes OneDrive auf einen Stand der letzten 30 Tage zurücksetzen, auch nach SchadsoftwareMacht alle späteren Änderungen rückgängig; weiter als 30 Tage geht es nicht.
Exchange OnlineGelöschte Elemente standardmäßig 14 Tage wiederherstellbar, einstellbar bis 30 TageDanach entfernt, sofern kein Hold und keine Aufbewahrungsrichtlinie greift.
DateiversionenFrühere Versionen in SharePoint und OneDriveJe nach Einstellung nach Höchstzahl oder Alter automatisch gelöscht.

Stand Oktober 2026, laut Microsoft Learn und Microsoft Support. Quellen am Artikelende.

Für längere Zeiträume gibt es das kostenpflichtige Microsoft 365 Backup für SharePoint, OneDrive und Exchange, mit einem Wiederherstellungsfenster von 3, 6, 12 oder 24 Monaten. Der Listenpreis liegt laut Microsoft bei 0,15 US-Dollar pro GB geschützter Daten und Monat, Wiederherstellungen sind kostenlos (Stand Oktober 2026). Die Sicherungen sind unveränderlich, solange der Backup-Administrator sie nicht ausdrücklich über das Offboarding löscht.

Hinweis: Wichtig für die 3-2-1-Regel

Die Daten von Microsoft 365 Backup verlassen laut Microsoft nie die Vertrauensgrenze von Microsoft 365. Das Produkt zielt auf Ransomware und versehentliches oder böswilliges Löschen, ist aber keine Kopie bei einem anderen Anbieter. Wer eine unabhängige Kopie außerhalb von Microsoft will, braucht eine eigene Lösung.

Aufbewahrungsrichtlinien und Archive sind ebenfalls kein Backup. Wie Exchange Online mit Blick auf die GoBD einzuordnen ist, steht im Beitrag Exchange Online und GoBD; wie ich E-Mail-Archivierung plane und betreue, unter E-Mail-Archivierung.

Virtualisierung: Backups mit dem Proxmox Backup Server

Für Proxmox VE gibt es den quelloffenen Proxmox Backup Server. Laut Dokumentation (Version 4.2) bietet er unter anderem:

  • Inkrementelle Übertragung, Deduplizierung, SHA-256-Prüfsummen und zeitgesteuerte Verifikationsjobs; Verschlüsselung auf dem Client und Übertragung per TLS.
  • Synchronisation auf einen entfernten Backup-Server; mit abgeschalteter Option „remove vanished“ kann ein übernommener Quellserver auf dem Ziel nichts löschen.
  • Bandsicherung, auch auf WORM-Bänder, als zweites Medium und zum Auslagern.
  • Feingranulare Rechte: Die Berechtigung Datastore.Backup erlaubt nur das Anlegen von Sicherungen. Proxmox empfiehlt, alte Sicherungen auf dem Backup-Server selbst auszudünnen, statt den Hosts Löschrechte zu geben.

Was die Subscriptions kosten, steht im Lizenzkostenvergleich Proxmox gegen VMware. Für die Strategie zählt: Ein Backup-Server im selben Raum wie die Hosts ist eine Kopie am selben Ort. Die Eins der 3-2-1-Regel erfüllen erst die Synchronisation an einen zweiten Standort oder ausgelagerte Bänder.

Notfallplan: wenn alle Systeme verschlüsselt sind

Für den schlimmsten Fall, alle Systeme verschlüsselt und eine Erpressungsforderung auf dem Tisch, empfiehlt das BSI eine Notfallplanung, die regelmäßig geübt wird, auch praktisch bis zum Schwarzstart, dem Wiederanlauf aller Systeme. Die Wiederherstellung kann laut BSI Wochen oder Monate dauern. Hinein gehören:

  • Die geschäftskritischen Systeme und die Reihenfolge ihrer Wiederherstellung.
  • Kommunikationswege außerhalb des betroffenen Netzes, Telefonnummern und Ansprechpartner auf Papier, eine Liste von Dienstleistern für Wiederherstellung und Forensik.
  • Interne und externe Kommunikation einschließlich Meldepflichten und der Umgang mit einer Erpressungsforderung.
  • Das Datensicherungskonzept selbst, laut CON.3 so gesichert, dass es auch bei Ausfall der Sicherungssysteme verfügbar ist.

Planbesprechungen am Tisch sind ein guter Anfang, doch erst ein echter Wiederaufbau zeigt, ob der Plan trägt.

Rechtlicher Rahmen: DSGVO, Aufbewahrung, NIS2

Art. 32 DSGVO nennt unter den technischen und organisatorischen Maßnahmen ausdrücklich die Fähigkeit, die Verfügbarkeit personenbezogener Daten und den Zugang zu ihnen bei einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen (Abs. 1 lit. c), und ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen (lit. d). Ein regelmäßig getestetes Backup ist ein naheliegender Baustein, um beides zu erfüllen und nachzuweisen.

Steuerlich gilt als Orientierung: Die Aufbewahrungsfristen nach § 147 Abs. 3 AO betragen je nach Unterlage zehn, acht oder sechs Jahre, und digitale Unterlagen müssen die ganze Frist über verfügbar und unverzüglich lesbar sein. Das ist Aufgabe der Archivierung; das BSI behandelt sie nicht in CON.3, sondern im eigenen Baustein OPS.1.2.2. Für Unternehmen, die unter NIS2 fallen, nennt das BSI-Gesetz Backup-Management und Wiederherstellung nach einem Notfall als Mindestmaßnahme (§ 30 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 BSIG). Ob Sie betroffen sind, klärt der Beitrag NIS2 für KMU.

Hinweis: Orientierung, keine Rechtsberatung

Dieser Abschnitt fasst die Rechtslage zum Stand Oktober 2026 zusammen. Welche Pflichten für Ihr Unternehmen gelten und welche Unterlagen Sie wie lange aufbewahren müssen, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, Ihrer Steuerberatung oder einer Rechtsberatung.

Ich habe für Unternehmen IT-Infrastrukturen mit Netzwerken, Servern und Backups aufgebaut und betreue sie aus der Ferne. Wie ich Systeme laufend überwache, beschreibt der Beitrag zu RMM und Managed IT; das Angebot steht unter IT-Infrastruktur.

Häufige Fragen

Was ist die 3-2-1-Regel?

Drei Kopien wichtiger Daten auf zwei verschiedenen Medien, davon eine an einem anderen Ort. Das BSI empfiehlt die Regel in einem Hilfsmittel zum Standard 200-4. Gegen Ransomware sollte zusätzlich mindestens eine Kopie offline oder unveränderlich liegen.

Reicht der Papierkorb von Microsoft 365 als Backup?

Für versehentlich gelöschte Dateien oft ja, als Strategie nicht. Der SharePoint-Papierkorb reicht 93 Tage zurück, gelöschte Exchange-Elemente standardmäßig 14 Tage, das Zurücksetzen von OneDrive 30 Tage. Nach Microsofts Modell geteilter Verantwortung bleiben Ihre Daten Ihre Aufgabe.

Ist ein NAS mit RAID ein Backup?

Nein. Laut BSI werden gespiegelte Daten gleichzeitig verändert; RAID schützt vor einer defekten Festplatte, nicht vor versehentlichem Überschreiben oder Schadsoftware. Ein NAS kann Sicherungsziel sein, ersetzt aber keine getrennte Kopie an einem anderen Ort.

Schützt ein Backup vor Ransomware?

Vor Datenverlust durch Verschlüsselung, wenn mindestens eine Kopie für Angreifer unerreichbar ist und die Wiederherstellung getestet wurde. Vor der Veröffentlichung gestohlener Daten nicht: Laut BSI-Lagebericht 2025 gingen 2024 72 Prozent der angezeigten Ransomware-Angriffe mit Datenleaks oder deren Androhung einher.

Wie oft sollte ich die Wiederherstellung testen?

Das BSI verlangt regelmäßige Tests, nennt aber kein festes Intervall. Die Dokumentation des Proxmox Backup Servers empfiehlt automatisierte Tests oder Stichproben etwa wöchentlich oder monatlich. Üben Sie auch die Wiederherstellung eines ganzen Systems und vergleichen Sie die Dauer mit Ihrer RTO.

Quellen

Die Angaben entsprechen dem oben genannten Stand. Die Quellen sind zum Nachschlagen genannt; die Website verlinkt keine externen Seiten.

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025 (Zusammenfassung), 11. November 2025
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025, Online-Fassung: Cybercrime, Gefährdungslage und Schadwirkungen, abgerufen am 18.10.2026
  3. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): IT-Grundschutz-Kompendium, Baustein CON.3 Datensicherungskonzept, Edition 2023
  4. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Maßnahmenkatalog Ransomware, Arbeitspapier, Version 1.0, 23. Februar 2022
  5. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Top 10 Ransomware-Maßnahmen, abgerufen am 18.10.2026
  6. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): BSI-Standard 200-4 Business Continuity Management (Kapitel 7, Kenngrößen MTPD, RTO und RPO), 2023
  7. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Vorschläge zu Business-Continuity-Strategien, Hilfsmittel zum BSI-Standard 200-4, Community Draft 2.0, November 2023
  8. Carnegie Mellon University für US-CERT (Paul Ruggiero, Matthew A. Heckathorn): Data Backup Options, 2012
  9. National Institute of Standards and Technology (NIST): SP 800-34 Rev. 1, Contingency Planning Guide for Federal Information Systems (Abschnitt 5.1.2, Backup-Methoden), Mai 2010
  10. Veeam (Herstellerblog): What is the 3-2-1 Backup Rule?, 3. Juli 2026
  11. Broadcom Knowledge Base: Best practices for using VMware snapshots in the vSphere environment (KB 318825), abgerufen am 18.10.2026
  12. Proxmox Server Solutions: Proxmox Backup Server Documentation 4.2: Introduction (Main Features), abgerufen am 18.10.2026
  13. Proxmox Server Solutions: Proxmox Backup Server Documentation 4.2: Backup Storage (Ransomware Protection & Recovery), abgerufen am 18.10.2026
  14. Proxmox Server Solutions: Proxmox Backup Server Documentation 4.2: Backup Client Usage (Encryption), abgerufen am 18.10.2026
  15. Proxmox Server Solutions: Proxmox Backup Server Documentation 4.2: Terminology, FAQ, Tape Backup, Managing Remotes & Sync, abgerufen am 18.10.2026
  16. Microsoft Learn: Shared responsibility in the cloud, 24. August 2026
  17. Microsoft Learn: Microsoft 365 SharePoint Data Deletion, 28. August 2026
  18. Microsoft Support: Restore your OneDrive, abgerufen am 18.10.2026
  19. Microsoft Learn: Recoverable Items folder in Exchange Online, 13. Juli 2026
  20. Microsoft Learn: Version history limits for document library and OneDrive overview, 3. Oktober 2024
  21. Microsoft Learn: Overview of Microsoft 365 Backup, 18. August 2026
  22. Europäische Union, Amtsblatt: Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 32, 4. Mai 2016
  23. Bundesministerium der Justiz (Gesetze im Internet): § 147 AO, Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen, abgerufen am 18.10.2026
  24. Bundesministerium der Justiz (Gesetze im Internet): § 30 BSIG, Risikomanagementmaßnahmen besonders wichtiger Einrichtungen und wichtiger Einrichtungen, abgerufen am 18.10.2026

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