KI & Automatisierung

KI und SAP im Mittelstand: Joule, Kosten, Schnittstellen

SAP baut KI tief in seine Produkte ein: Joule als Assistent, Agenten für ganze Abläufe, eine eigene KI-Plattform. Für den Mittelstand stellen sich drei Fragen: Was davon bekommen Sie mit Ihrem System, was kostet es, und wann ist eine eigene KI-Anbindung über die Schnittstellen der bessere Weg? Dieser Überblick stützt sich ausschließlich auf Angaben von SAP. Stand: Oktober 2026.

Stand
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13 Minuten
Ein Entwurf. Eine Prüfung. Dann die Aktion.
  1. 01Eingabe
  2. 02KI-Entwurf
  3. 03Menschliche Prüfung
  4. 04Freigegebene Aktion
Prinzip: Ein Mensch prüft den Entwurf und gibt die nächste Aktion ausdrücklich frei.

Was SAP unter Business AI versteht

Seit der SAP Sapphire im Mai 2026 bündelt SAP seine KI-Angebote in der SAP Business AI Platform. Sie vereint laut SAP die Business Technology Platform (BTP), die SAP Business Data Cloud und SAP Business AI. Für Anwender zählen vier Bausteine:

  • Joule: der KI-Assistent in den SAP-Anwendungen für Fragen, Navigation und Auskünfte. Seit Oktober 2026 rollt SAP Joule Work aus, eine Oberfläche, in der Beschäftigte Aufgaben in eigenen Worten beschreiben.
  • Joule Agents und Joule Assistants: Agenten erledigen klar umrissene, mehrstufige Abläufe, Assistenten koordinieren mehrere Agenten. Angekündigt sind mehr als 50 Assistenten mit über 200 Agenten, etwa für den Finanzabschluss.
  • Joule Studio: die Umgebung für eigene Agenten und Workflows, laut SAP mit mehr als 70 KI-Modellen zur Auswahl.
  • SAP Business Data Cloud: die im Februar 2025 vorgestellte Datenplattform, die SAP- und Fremddaten zusammenführt und Joule mit Geschäftskontext versorgen soll.

Joule: wo es läuft und was es kostet

Joule ist eine BTP-Anwendung, die in SAP-Cloud-Produkte eingebettet wird. Voraussetzung ist laut Onboarding-Dokumentation eine Lizenz für ein SAP-Produkt, das die Joule-Integration unterstützt. Anleitungen gibt es unter anderem für SAP S/4HANA Cloud (Public und Private Edition), SuccessFactors, Ariba, Concur, Fieldglass, Analytics Cloud und Datasphere. S/4HANA on-premise, ECC, Business One und ByDesign fehlen in dieser Liste. Abgerechnet wird in drei Ebenen:

Das KI-Preismodell von SAP

EbeneWas enthalten istAbrechnung
Base AIJoule Base (Fragen, Navigation, Hilfe im Kontext) und eingebettete KI-Funktionen, je Produkt verschiedenOhne Aufpreis in jedem SAP-Cloud-Abonnement
Premium AIJoule Agents, Dienste wie Document AI und Document Grounding, SAP Joule for ConsultantsAI Units: SAP-Agenten 0,02 pro Aktion (2026), Dienste pro Anfrage oder Datensatz, Joule for Consultants 35 pro Nutzer und Monat
Custom-built AIEigene Agenten, Anwendungen und Workflows mit Joule StudioEntwicklung kostenlos, Betrieb nach Verbrauch über die BTP; produktive Joule-Studio-Laufzeit für eigene Agenten laut SAP bis Ende 2026 kostenlos

Stand: Oktober 2026, laut SAP-Seite „SAP AI plans and pricing“. AI Units werden jährlich gekauft und verfallen ungenutzt nach 12 Monaten. Quellen am Artikelende.

Für „später in diesem Jahr“ kündigt SAP ohne genaues Datum an: Die meisten generativen KI-Funktionen, die heute AI Units brauchen, wandern ohne Aufpreis in Base AI. Die Joule-Premium-Pakete pro Nutzer laufen aus, Premium AI konzentriert sich auf Agenten. Zu den Cloud-ERP-Angeboten hat SAP im Mai 2026 angekündigt: RISE with SAP enthält Zugang zu den Joule Assistants, drei davon werden im ersten Jahr aktiviert; SAP GROW, das Angebot für wachsende Unternehmen, bietet das volle Portfolio ab Onboarding.

Tipp: Was eine Agentenaktion kostet (Beispielrechnung)

Eigene Beispielrechnung, kein Angebot: Auf der Seite zu SAP Joule for Consultants setzt SAP für die Kostenschätzung 7 € je AI Unit an; AI Units werden dort jährlich in Blöcken zu 100 gekauft. Mit den 0,02 AI Units, die SAP 2026 je Aktion eines SAP-Agenten ansetzt, ergibt das rechnerisch 0,14 € je Aktion; 100 AI Units (700 €) reichen für 5.000 Aktionen. Eine Aufgabe kann laut SAP mehrere Aktionen umfassen. Steuern nennt die Seite nicht. SAP weist darauf hin, dass Preise, Mindestmengen und Verbrauchssätze sich ändern können und vor dem Kauf zu bestätigen sind.

ECC und S/4HANA on-premise: Wartung und KI

Für SAP ERP 6.0 (ECC) und die übrigen Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 gelten die Fristen von 2020 unverändert: Mainstream-Wartung bis 31. Dezember 2027, danach optional erweiterte Wartung bis 31. Dezember 2030 gegen zwei Prozentpunkte Aufschlag auf die Wartungsbasis. Wer sich bis Ende 2027 nicht dafür entscheidet, wechselt automatisch in die kundenspezifische Wartung. Im Oktober 2026 hat SAP ergänzt: Ende 2030 enden auch die Support-Vereinbarungen für Fremddatenbanken und Java. Systeme auf Fremddatenbanken lassen sich danach nicht mehr nach S/4HANA oder SAP Cloud ERP konvertieren, nur neu einführen. Für 2031 bis 2033 bietet SAP die „Transition Option for SAP ERP“ an, ein befristetes Abonnement für die größten und komplexesten Kunden, deren Umstieg bereits läuft. Ihre Systeme müssen vor dem 31. Dezember 2030 auf SAP ERP, private edition mit SAP HANA umgezogen sein, weitere Voraussetzungen legt SAP fest.

KI von SAP nach Betriebsmodell

SystemWartung laut SAPKI von SAP
SAP ERP 6.0 (ECC) on-premiseBis Ende 2027, optional bis Ende 2030; Transition Option bis 2033 nur für berechtigte KundenNicht unter den Joule-Integrationen, Base AI laut SAP Teil der Cloud-Abonnements; ausgewählte Szenarien bei Zusage zum Wechsel in SAP Cloud ERP
SAP S/4HANA on-premiseWartungszusage für S/4HANA bis Ende 2040 (Ankündigung 2020)Wie bei ECC
SAP S/4HANA Cloud (Public und Private Edition)Cloud-AbonnementJoule integrierbar, Base AI enthalten; Joule Assistants über RISE with SAP oder SAP GROW

Stand: Oktober 2026. Angaben laut SAP-Pressemitteilungen vom 4. Februar 2020 und 12. Mai 2026, SAP-Blog vom 7. Oktober 2026 und Joule-Dokumentation. Quellen am Artikelende.

Base AI ist laut SAP in jedem Cloud-Abonnement enthalten; On-Premise-Lizenzen nennt die Preisseite dabei nicht. In der Pressemitteilung vom 12. Mai 2026 schreibt SAP aber, Kunden mit S/4HANA on-premise und ECC seien „nicht ausgeschlossen“: Wer zusagt, den Großteil seiner Landschaft in SAP Cloud ERP zu überführen, erhält Zugang zu ausgewählten KI-Szenarien. Auch der Max Success Plan, ein Serviceangebot von SAP, soll laut SAP die KI-Einführung im eigenen Tempo ermöglichen, auch für berechtigte On-Premise-Systeme auf dem Weg in die Cloud. Eine vollständige Liste der Szenarien nennt SAP in diesen Ankündigungen nicht.

Hinweis: Was das für ECC-Kunden heißt

Ohne Zusage zum Cloud-Wechsel bleiben die KI-Angebote von SAP für ECC weitgehend verschlossen. Möglich sind eigene KI-Anwendungen, die über die vorhandenen Schnittstellen zugreifen, mit einem Modell Ihrer Wahl, auch aus dem Generative AI Hub. Ob sich das vor dem Wartungsende lohnt, hängt von Ihrem Migrationsplan ab.

Generative AI Hub: Modelle auf der SAP-Plattform

Für eigene KI-Anwendungen bietet SAP den Generative AI Hub in SAP AI Core, einem Dienst der BTP. Er stellt Sprachmodelle verschiedener Anbieter unter einheitlicher Verwaltung bereit:

  • Von SAP betrieben: offene Modelle auf SAP-Infrastruktur mit OpenAI-kompatibler Schnittstelle, darunter Modelle von Mistral.
  • Bei Hyperscalern: OpenAI über Azure OpenAI, Anthropic Claude und Amazon Nova über AWS Bedrock, Google Gemini über Vertex AI. In den Release Highlights zum ersten Quartal 2026 nennt SAP als neue Modelle etwa GPT 5.2, Gemini 3.0 Pro sowie Claude Opus 4.6 und Sonnet 4.6.
  • Weitere Anbieter: NVIDIA, Cohere, Perplexity und Prior Labs sowie SAPs Tabellenmodelle SAP-RPT-1 für Vorhersagen aus strukturierten Geschäftsdaten.
  • Angekündigt im Mai 2026: Modelle von Mistral AI und Cohere als souveräne Option auf SAP-Infrastruktur; Claude soll eines der Modelle für Joule Agents werden.

Abgerechnet wird nach Verbrauch in BTP-Capacity-Units, die Umrechnung je Modell steht in SAP Note 3437766. Der Hub gehört zum erweiterten Serviceplan, zum Testen gibt es 30 Tage kostenlos. Module für Inhaltsfilter, Anonymisierung und Grounding auf eigenen Dokumenten sind dabei. Der Verarbeitungsort hängt von Modell und Region ab; Document Grounding für Joule bietet SAP etwa in Frankfurt und in den Niederlanden an. Vor dem Einsatz mit personenbezogenen Daten gehören Verarbeitungsort und Auftragsverarbeitung geprüft, siehe Leitfaden zu KI und DSGVO.

SAP Business One und ByDesign: was SAP dokumentiert

SAP Business One

Mit Feature Package 2608 (Dokumentation vom 3. August 2026) hat SAP Business One unter anderem diese KI-Neuerungen erhalten, die ersten beiden im Web Client:

  • Ask AI: In fast allen Listen- und Detailansichten lassen sich Fragen zum angezeigten Datensatz stellen, etwa zu Lieferzeit und Versandkosten im Kundenauftrag. Die KI antwortet aus den übergebenen Daten, ihrem allgemeinen Wissen und öffentlichen Internetinformationen.
  • KI-gestützte benutzerdefinierte Abfragen: Aus einer Beschreibung in Alltagssprache erzeugt die KI eine SQL-SELECT-Abfrage, die Sie prüfen und ausführen.
  • MCP-Server: Ein quelloffener MCP-Server (Model Context Protocol) verbindet KI-Agenten mit dem Service Layer; SAP liefert Beispielcode.

Voraussetzung ist eine eigene SAP-AI-Core-Instanz auf der BTP. Administratoren hinterlegen Service Key und Ressourcengruppe und wählen das Modell, die Dokumentation nennt als Beispiel gpt-5. Die KI selbst kann laut SAP keine Business-One-Daten lesen oder ändern. Für die Abfrage-Erstellung gehen aber Metadaten wie Eingabe, Tabellenbeziehungen und Namenskonventionen an das Modell, keine Datensätze. Vor dem Einschalten sollen Administratoren prüfen, ob Verträge, Auftragsverarbeitung und Vorgaben zum Datenort das abdecken.

SAP Business ByDesign

Für ByDesign dokumentiert SAP eingebettete KI- und Machine-Learning-Funktionen. Intelligent Invoice Scanning liest Lieferantenrechnungen im PDF-Format über Document Information Extraction aus und schlägt die Werte vor, laut SAP ohne separate Lizenz. In der mobilen App lassen sich Visitenkarten per Kamera erfassen und als Kontakte anlegen. Das Machine Learning Cockpit erstellt Vorhersagemodelle mit der SAP-HANA-Bibliothek PAL, die Daten bleiben im ByDesign-Mandanten. Joule taucht weder in der ByDesign-Dokumentation zu Release 2608 noch in der Liste der Joule-Integrationen auf.

Eigene KI anbinden: die offiziellen Schnittstellen

Wer eigene KI an SAP anbindet, etwa einen Agenten, der Auftragsstatus nachschlägt, oder eine Belegerkennung mit Buchungsvorschlag, sollte nur dokumentierte Schnittstellen nutzen:

  • SAP S/4HANA, Cloud und on-premise: Die öffentlichen APIs listet SAP im SAP Business Accelerator Hub, als OData (Version 2 und 4) und SOAP. In der Public Edition läuft der Zugriff über Kommunikationsvereinbarungen. Angemeldet wird je nach API per Passwort, X.509-Zertifikat, OAuth 2.0 oder SAML.
  • SAP ERP 6.0 (ECC): BAPIs, also standardisierte Methoden der SAP-Geschäftsobjekte, die externe Programme über RFC aufrufen.
  • SAP Business One: der Service Layer auf Basis von HTTP und OData (Version 3 und 4). Programme melden sich mit Firmendatenbank, Benutzer und Passwort an; Sichten und SQL-Abfragen stehen nur berechtigten Benutzern zur Verfügung.
  • SAP Business ByDesign: OData-Services, die sich mit dem OData Service Modeler auf Basis von Geschäftsobjekten anlegen lassen, dazu Web-Services.

Für den Zugriff empfehle ich einen technischen Benutzer mit genau den Rechten, die der Anwendungsfall braucht: zuerst nur lesend, Schreibzugriffe erst nach Freigabe und mit Protokoll. Nach diesem Prinzip baue ich KI-Agenten auf. Für Eingangsrechnungen und andere Belege lohnt der Blick auf die KI-Dokumentenverarbeitung.

Lizenzfrage: indirekter Zugriff auf SAP

Arbeitet eine Fremdanwendung, ein Bot oder ein KI-Agent mit SAP, spricht SAP von indirektem oder digitalem Zugriff (Indirect/Digital Access). Nach SAPs Vertragsdefinition für On-Premise-Software braucht jede Nutzung eine Lizenz, unabhängig vom Zugangsweg. Für SAP ERP und S/4HANA hat SAP im April 2018 ein dokumentbasiertes Modell vorgestellt:

  • Lizenziert wird nach neun Dokumenttypen: Verkauf, Rechnung, Einkauf, Service und Instandhaltung, Fertigung, Qualitätsmanagement, Zeitwirtschaft, Material und Finanzen. Andere Dokumenttypen kosten nichts zusätzlich.
  • Gezählt wird nur das Anlegen des ursprünglichen Dokuments. Lesen, Ändern und Löschen kosten nichts zusätzlich, ebenso wenig automatisch erzeugte Folgebelege.
  • Gewichtung: die meisten Dokumente mit Faktor 1, häufige Dokumente geringeren Werts mit 0,2.
  • Bestandskunden konnten laut SAP beim bisherigen Vertrag bleiben, Lizenzen tauschen oder den Vertrag umstellen.

Achtung: Orientierung, keine Lizenz- oder Rechtsberatung

Die Übersicht stammt aus SAPs Dokument von 2018, SAP behält sich darin Änderungen vor; maßgeblich ist Ihr eigener Vertrag. Ob eine KI-Anbindung zusätzliche Lizenzen auslöst, etwa wenn ein Agent Aufträge anlegt, klären Sie vor dem Projekt mit SAP oder Ihrem SAP-Partner. Das gilt auch für Business One und ByDesign, die das Dokument nicht behandelt.

SAP-eigene KI oder eigene Lösung?

Entscheidungshilfe

KriteriumSAP-eigene KI (Joule, Agenten)Eigene Lösung über Schnittstellen
VoraussetzungSAP-Cloud-Abonnement; on-premise nur ausgewählte Szenarien bei Zusage zum Cloud-WechselDokumentierte Schnittstelle und ein technischer Benutzer
KostenBase AI enthalten, Agenten und Zusatzdienste über AI UnitsEntwicklung, Betrieb und Modellkosten nach Verbrauch; Lizenzfolgen klären
ProzesswissenFertige Agenten für SAP-Standardprozesse wie Abschluss oder EinkaufWird für Ihren Ablauf gebaut und darauf zugeschnitten
Systeme außerhalb von SAPÜber Joule Work und das A2A-Protokoll vorgesehen, allgemeine Verfügbarkeit laut SAP-Planung vom Mai 2026 im vierten Quartal 2026Frei kombinierbar, etwa Postfach, Dokumentenablage, CRM und SAP
Modell und DatenortVon SAP festgelegt, Betrieb in den von SAP unterstützten RechenzentrenFrei wählbar, auch mit EU-Verarbeitung oder lokal im eigenen Haus
Passt eher, wennSie in SAP Cloud ERP sind oder dorthin wechselnSie on-premise bleiben, Business One oder ByDesign nutzen oder systemübergreifend automatisieren wollen

Eigene Einordnung, Stand Oktober 2026. Angaben zu Preisen und Verfügbarkeit laut SAP, Quellen am Artikelende.

Beide Wege schließen sich nicht aus. Wer ohnehin in die SAP-Cloud wechselt, prüft zuerst, was Base AI und die Joule Assistants abdecken. Wer auf ECC oder S/4HANA on-premise bleibt oder über SAP hinaus automatisieren will, hat mit einer eigenen Anbindung den direkteren Weg, denn die SAP-eigene KI ist dort an den Cloud-Wechsel gebunden. Eine eigene Anbindung ist ein Softwareprojekt mit Schnittstelle, Rechtekonzept und Protokoll, mehr dazu unter Softwareentwicklung.

Häufige Fragen

Gibt es Joule für SAP Business One?

Stand Oktober 2026 nicht; SAP führt Business One nicht unter den Joule-Integrationen. Seit Feature Package 2608 hat der Web Client aber eigene KI-Funktionen: Ask AI und KI-gestützte SQL-Abfragen. Dafür brauchen Sie eine eigene SAP-AI-Core-Instanz auf der BTP.

Funktioniert Joule mit SAP ECC oder S/4HANA on-premise?

SAPs Joule-Dokumentation führt diese Systeme nicht als Integration, und Base AI ist laut SAP Teil der Cloud-Abonnements. Nach einer SAP-Ankündigung vom Mai 2026 erhalten On-Premise-Kunden ausgewählte KI-Szenarien, wenn sie zusagen, den Großteil ihrer Landschaft in SAP Cloud ERP zu überführen. Sonst bleibt die eigene Anbindung über BAPIs, RFC oder OData.

Was kostet Joule?

Joule Base und eingebettete KI-Funktionen sind laut SAP in jedem SAP-Cloud-Abonnement ohne Aufpreis enthalten. Agenten laufen über AI Units, 2026 mit 0,02 AI Units pro Aktion. Mit den 7 € je AI Unit, die SAP auf der Seite zu Joule for Consultants für Kostenschätzungen ansetzt, wären das 0,14 € je Aktion (eigene Beispielrechnung). Verbindliche Preise nennen SAP oder Ihr SAP-Partner.

Welche KI-Modelle nutzt SAP?

Der Generative AI Hub bietet OpenAI über Azure, Anthropic Claude über AWS Bedrock, Google Gemini über Vertex AI sowie von SAP betriebene offene Modelle, etwa von Mistral, dazu SAPs Tabellenmodelle SAP-RPT-1. In Joule Studio stehen laut SAP mehr als 70 Modelle zur Wahl.

Kann ich eigene KI an SAP anbinden, ohne Lizenzprobleme zu bekommen?

Technisch ja, über die dokumentierten Schnittstellen. Lizenzrechtlich braucht nach SAPs Vertragsdefinition jede Nutzung eine Lizenz, auch über Fremdsoftware; für SAP ERP und S/4HANA bietet SAP seit 2018 ein Modell an, das indirekten Zugriff nach angelegten Dokumenten abrechnet. Was für Ihren Vertrag gilt, klären Sie vorab mit SAP oder Ihrem SAP-Partner.

Quellen

Die Angaben entsprechen dem oben genannten Stand. Die Quellen sind zum Nachschlagen genannt; die Website verlinkt keine externen Seiten.

  1. SAP: SAP AI plans and pricing (Base AI, Premium AI, Custom-built AI, FAQ), abgerufen am 18.10.2026
  2. SAP: SAP Joule for Consultants (Preisbeispiel AI Units), abgerufen am 18.10.2026
  3. SAP News Center: SAP Unveils the Autonomous Enterprise (Pressemitteilung), 12. Mai 2026
  4. SAP: SAP Sapphire 2026 Innovation News Guide, 12. Mai 2026
  5. SAP News Center: SAP Puts the Autonomous Enterprise to Work (Pressemitteilung), 6. Oktober 2026
  6. SAP News Center: SAP Extends SAP S/4HANA Maintenance Through 2040 (Pressemitteilung), 4. Februar 2020
  7. SAP News Center (Philipp Herzig): Planning Beyond 2030: What SAP Business Suite 7 and SAP NetWeaver Customers Using Third-Party Databases or Java Need to Know, 7. Oktober 2026
  8. SAP Help Portal: Integrating Joule with SAP Solutions: Prerequisites for Customer-Managed Provisioning, Integrating Your SAP Solution, Supported Regions, abgerufen am 18.10.2026
  9. SAP (SAP-Help-Dokumentation, Repository SAP-docs): SAP AI Core: Generative AI Hub, Models, Mistral, AWS Bedrock, Vertex AI, OpenAI, abgerufen am 18.10.2026
  10. SAP (SAP-Help-Dokumentation, Repository SAP-docs): SAP AI Core: Metering and Pricing for Generative AI, abgerufen am 18.10.2026
  11. SAP News Center: SAP Business AI: Release Highlights Q1 2026, 14. April 2026
  12. SAP News Center: SAP Debuts Business Data Cloud with Databricks to Turbocharge Business AI (Pressemitteilung), 13. Februar 2025
  13. SAP: SAP GROW: Scalable Cloud ERP Software for Growing Businesses, abgerufen am 18.10.2026
  14. SAP Help Portal: What’s New in SAP Business One 10.0 FP 2608: Web Client, Platform and Extensibility, 3. August 2026
  15. SAP Help Portal: SAP Business One Web Client 10.0 FP 2608: Company Settings (Generative AI), Ask AI, Generating User-Defined Queries with AI, abgerufen am 18.10.2026
  16. SAP: Working with SAP Business One Service Layer, Document Version 1.29, 27. Juli 2026
  17. SAP Help Portal: SAP Business ByDesign 2608: Intelligent Invoice Scanning Quick Guide, Overview of Machine Learning Cockpit, Intelligent Business Contact Creation via Business Card Scan, August 2026
  18. SAP Help Portal: SAP Business ByDesign: OData User Guide (2608); Inbound Service Query Materials, A2X Web Services (2605), August 2026
  19. SAP Help Portal: SAP S/4HANA 2025 FPS02: APIs on SAP Business Accelerator Hub, abgerufen am 18.10.2026
  20. SAP Help Portal: SAP S/4HANA Cloud Public Edition: APIs on SAP Business Accelerator Hub, abgerufen am 18.10.2026
  21. SAP Help Portal: SAP ERP 6.0 EHP8: BAPI User Handbook, abgerufen am 18.10.2026
  22. SAP: SAP ERP Pricing for the Digital Age: Addressing Indirect/Digital Access, April 2018

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