KI & Automatisierung

Lokale KI oder Cloud-KI? Der Kostenvergleich für KMU 2026

KI im Unternehmen heißt fast immer: Abo pro Kopf und Monat. Es geht aber auch anders, mit einem eigenen KI-Server im Haus, der einmal kostet und dann allen gehört. Dieser Vergleich rechnet beide Wege für 5, 10 und 25 Nutzer über drei Jahre durch, mit echten Listenpreisen und ehrlichen Annahmen. Stand: September 2026.

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Ein Entwurf. Eine Prüfung. Dann die Aktion.
  1. 01Eingabe
  2. 02KI-Entwurf
  3. 03Menschliche Prüfung
  4. 04Freigegebene Aktion
Prinzip: Ein Mensch prüft den Entwurf und gibt die nächste Aktion ausdrücklich frei.

Zwei Wege zur KI im Unternehmen

Cloud-KI wie Microsoft 365 Copilot, ChatGPT Business oder Claude Team wird pro Nutzer und Monat abgerechnet: sofort startklar, immer die neuesten Modelle, aber die Kosten wachsen mit jedem Mitarbeiter und laufen dauerhaft weiter. Lokale KI dreht das Modell um: Ein Rechner mit viel schnellem Speicher im eigenen Haus führt offene Sprachmodelle aus, kostet einmal Anschaffung plus Strom und Pflege, und die Daten verlassen das Gebäude nicht. Die spannende Frage ist nicht, was besser klingt, sondern ab wann sich welcher Weg rechnet und für welche Aufgaben die lokalen Modelle gut genug sind.

Was Cloud-KI 2026 kostet

Die Listenpreise der drei großen Business-Angebote, Stand September 2026, jeweils bei Jahresabrechnung:

  • Microsoft 365 Copilot Business: 18,20 EUR pro Nutzer und Monat zzgl. MwSt. im Jahresabo, für bis zu 300 Nutzer (Aktionspreis 15,60 EUR im ersten Jahr bei Abschluss zwischen 1. Juli und 31. Dezember 2026; bei monatlicher Zahlung 21,84 EUR). Voraussetzung ist ein Plan Microsoft 365 Business Basic, Standard oder Premium, dessen Kosten obendrauf kommen. Die Bundles Business Standard plus Copilot und Business Premium plus Copilot liegen bei 20,36 beziehungsweise 27,73 EUR.
  • ChatGPT Business: seit dem 2. April 2026 20 USD pro Nutzer und Monat bei Jahresabrechnung (25 USD monatlich), für 2 bis 200 Plätze. Deep Research und Bildgenerierung sind im Rahmen der Nutzungsgrenzen enthalten; wer mehr braucht, kauft nutzungsbasierte Workspace-Credits zu. Seit August 2026 gibt es zusätzlich einen Premium-Platz mit fünffacher Nutzung für 100 USD.
  • Claude Team (Anthropic): Standard-Platz 20 USD pro Nutzer und Monat bei Jahresabrechnung (25 USD monatlich), Premium-Platz mit fünffacher Nutzung 100 USD (125 USD monatlich), für Teams von 2 bis 150 Personen, Claude Code inklusive.

Cloud-KI über 3 Jahre (Jahresabrechnung, Listenpreise September 2026)

Team-GrößeM365 Copilot BusinessChatGPT BusinessClaude Team (Standard)
5 Nutzer3.276 EUR3.600 USD3.600 USD
10 Nutzer6.552 EUR7.200 USD7.200 USD
25 Nutzer16.380 EUR18.000 USD18.000 USD

Eigene Berechnung aus den Listenpreisen (Copilot Business 18,20 EUR, ChatGPT Business und Claude Team je 20 USD pro Nutzer und Monat), Stand September 2026, zzgl. MwSt. und beim Copilot zzgl. der Microsoft-365-Basislizenzen. USD-Preise ohne Steuern und nicht umgerechnet. Mit dem Copilot-Aktionspreis im ersten Jahr sinkt der Betrag auf 624 EUR pro Nutzer. Credits und Premium-Plätze nicht eingerechnet. Quellen am Artikelende.

Was ein lokaler KI-Server kostet

Für lokale KI braucht es vor allem eines: viel schnellen Grafik- oder Arbeitsspeicher. Das IT-Magazin heise kam im Oktober 2025 zu dem Ergebnis, dass lokale Modelle inzwischen brauchbar sind, und nannte als Einstiegspunkte eine gebrauchte RTX 3090 mit 24 GB VRAM ab rund 700 EUR oder Komplettsysteme mit AMD Ryzen AI Max+ 395 ab etwa 1.800 EUR. Diese Preise sind überholt, weil Speicher seit Ende 2025 deutlich teurer geworden ist: Eine gebrauchte RTX 3090 bekommt man laut heise im August 2026 für unter 1.000 EUR, ein Ryzen-AI-Max+-395-System mit 128 GB kostet im September 2026 je nach Hersteller rund 3.200 bis 3.900 EUR inklusive MwSt., also rund 2.700 bis 3.300 EUR netto; mit 64 GB sind es etwa 1.950 bis 2.200 EUR inklusive beziehungsweise 1.650 bis 1.850 EUR netto. Die Speicherbandbreite bleibt der wichtigste Leistungsfaktor, nicht die reine Rechenleistung.

Beispielrechnung lokaler KI-Server über 3 Jahre (eigene Modellrechnung)

PostenAnnahmeKosten
HardwareKomplettsystem der Klasse Ryzen AI Max+ 395 (64–128 GB) oder Rechner mit gebrauchter 24-GB-GPUca. 1.650–3.300 EUR netto einmalig
Strom150 W im Mittel, Dauerbetrieb, 0,30 EUR pro kWh netto, 3 Jahre (rund 3.940 kWh)ca. 1.200 EUR
Einrichtung und PflegeInstallation, Updates, Monitoring (selbst oder Dienstleister)je nach Modell, ab wenigen Stunden pro Quartal
Software und ModelleOllama (MIT-Lizenz) oder vLLM (Apache 2.0) plus offene Modelle0 EUR Lizenzkosten

Stand: September 2026. Eigene Beispielannahmen, transparent gerechnet; der reale Verbrauch hängt stark von der Auslastung ab (im Leerlauf deutlich weniger). Strompreis: Eurostat nennt für kleinere Nicht-Haushaltskunden in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 rund 26 bis 33 ct pro kWh ohne MwSt. Alle Beträge netto, wie die Cloud-Preise: Hardware aus Endkundenpreisen inkl. 19 % MwSt. umgerechnet (heise, August 2026; Herstellerpreise, September 2026); eine gebrauchte GPU aus Privatverkauf enthält keine ausweisbare MwSt. Entscheidend: Die Kosten sind weitgehend unabhängig von der Nutzerzahl. Quellen am Artikelende.

Damit ergibt sich eine einfache Faustregel: Ein lokaler Server liegt über drei Jahre grob bei 2.800 bis 4.500 EUR netto plus Betreuung. Bei 5 Nutzern ist das mit Betreuung meist teurer als ein Cloud-Abo. Ab etwa 10 Nutzern spielt er einschließlich Betreuung in derselben Größenordnung, ab 25 Nutzern deutlich darunter, denn die Cloud-Rechnung wächst pro Kopf weiter, die lokale nicht. Eine Einschränkung: Arbeiten viele Menschen gleichzeitig mit dem Server, werden die Antworten langsamer, und irgendwann braucht es ein zweites Gerät oder eine stärkere GPU.

Welche Modelle 2026 lokal wirklich brauchbar sind

Der Kostenvergleich nützt nichts, wenn die Qualität nicht reicht. Die nüchterne Einordnung: Die besten Cloud-Modelle bleiben den offenen Modellen voraus, vor allem bei komplexem Schlussfolgern. Für typische KMU-Aufgaben wie Zusammenfassen, Umformulieren, E-Mail-Entwürfe, Protokolle und die Suche in eigenen Dokumenten (RAG) sind offene Modelle inzwischen aber gut brauchbar; heise empfahl im August 2026 für eine gebrauchte RTX 3090 etwa Qwen 3.8 27B. Beispiele, Stand September 2026, mit grobem Speicherbedarf bei 4-Bit-Quantisierung:

  • Qwen 3.8 27B von Alibaba (August 2026, Apache 2.0): versteht auch Bilder und Videos und braucht rund 16–19 GB.
  • Gemma 4 von Google (April 2026, Apache 2.0) in mehreren Größen bis 31B: die größte Variante braucht rund 17–20 GB, die kleinen laufen schon mit 4–8 GB.
  • gpt-oss von OpenAI (August 2025, Apache 2.0): die 20B-Variante kommt mit rund 16 GB aus, die 120B-Variante braucht über 60 GB und damit eine 80-GB-GPU oder ein System mit 128 GB gemeinsamem Speicher.
  • Mistral (Apache 2.0): die kompakten Ministral-3-Modelle mit 3 bis 14 Milliarden Parametern (Dezember 2025) laufen auf kleiner Hardware; Mistral Small 4 (März 2026) ist trotz des Namens ein großes Modell mit 119 Milliarden Parametern für Rechenzentrums-Hardware.
  • Vorsicht bei Lizenzen: Für die multimodalen Llama-4-Modelle von Meta gewährt die Nutzungsrichtlinie Unternehmen mit Hauptsitz in der EU keine Lizenzrechte. Die Lizenz gehört vor dem Einsatz jedes Modells auf den Prüfstand.

Hinweis: Faustregel für die Hardware-Wahl

Je größer das Modell, desto mehr schneller Speicher muss her. 24 GB Grafikspeicher decken die mittlere Modellklasse bis etwa 30 Milliarden Parameter in 4-Bit-Quantisierung ab, mit der die meisten Dokumenten-Aufgaben gut funktionieren; lange Kontexte brauchen zusätzlichen Speicher. Wer die ganz großen offenen Modelle will, braucht deutlich teurere Hardware und sollte vorher prüfen, ob der Qualitätssprung die Aufgabe überhaupt betrifft.

Datenschutz: wann lokal die bessere Wahl ist

Bei lokaler KI verlassen Prompts und Dokumente das Haus nicht: kein Auftragsverarbeitungsvertrag mit einem KI-Anbieter, kein Drittlandtransfer, keine Abhängigkeit von Angemessenheitsbeschlüssen. Übernimmt ein externer Dienstleister die Wartung mit Zugriff auf Daten, kann dafür allerdings ein AVV nötig sein. Für Praxen, Kanzleien und alle mit sensiblen Kundendaten ist das das stärkste Argument. Auch Cloud-KI lässt sich datenschutzgerecht nutzen, verlangt aber Hausaufgaben: die richtige Tarif- und Regionswahl, einen AVV und klare Regeln im Team. Welche Anbieter-Optionen es dafür gibt, von der EU-Datenzone bei Azure über die EU-Datenresidenz von OpenAI für Enterprise-Kunden bis zu in Deutschland gehosteten offenen Modellen wie beim IONOS AI Model Hub, steht im Leitfaden ChatGPT und Co. DSGVO-konform nutzen.

Hybrid in der Praxis: das Beste aus beiden Welten

In der Praxis läuft es selten auf ein Entweder-oder hinaus. Das Muster, das sich bewährt: sensible und wiederkehrende Aufgaben lokal (Dokumentensuche, interne Zusammenfassungen, Belegverarbeitung), Spitzenaufgaben mit hohem Qualitätsanspruch in der Cloud, mit sauberem Tarif und AVV. So bleibt die Cloud-Rechnung klein, weil nicht jeder Mitarbeiter ein Vollzeit-Abo braucht, und die heiklen Daten bleiben im Haus.

Genau solche Setups baue ich im Rahmen der KI-Automatisierung: vom dimensionierten KI-Server über die Modellauswahl bis zur Anbindung an Ihre Dokumente und Abläufe. Welche Aufgaben sich dafür konkret lohnen, zeigt der Beitrag zu den KI-Anwendungsfällen im KMU.

Häufige Fragen

Was kostet Microsoft 365 Copilot aktuell?

Copilot Business kostet 18,20 EUR pro Nutzer und Monat zzgl. MwSt. im Jahresabo (Aktionspreis 15,60 EUR im ersten Jahr bei Abschluss zwischen 1. Juli und 31. Dezember 2026, bei monatlicher Zahlung 21,84 EUR), zuzüglich der nötigen Microsoft-365-Business-Lizenz. Die Bundles mit Business Standard oder Premium liegen bei 20,36 und 27,73 EUR. Stand September 2026 laut Microsoft-Preisseite.

Was kostet ChatGPT für Unternehmen?

ChatGPT Business kostet seit dem 2. April 2026 20 USD pro Nutzer und Monat bei Jahresabrechnung, 25 USD bei monatlicher Zahlung, für 2 bis 200 Plätze. Über die enthaltenen Nutzungsgrenzen hinaus gibt es nutzungsbasierte Credits, seit August 2026 auch Premium-Plätze für 100 USD. Enterprise-Preise gibt es nur auf Anfrage. Stand September 2026.

Ab wann lohnt sich ein eigener KI-Server?

Als Faustregel aus der Beispielrechnung: Ab etwa 10 Nutzern spielt ein lokaler Server über drei Jahre in derselben Kostenklasse wie Cloud-Abos, ab etwa 25 Nutzern liegt er deutlich darunter. Voraussetzung ist, dass die Aufgaben mit offenen Modellen gut erledigbar sind und der Server die gleichzeitige Nutzung trägt, sonst zahlt man doppelt.

Welche Hardware braucht lokale KI im KMU?

Vor allem viel schnellen Speicher. Bewährt sind eine gebrauchte RTX 3090 mit 24 GB (laut heise im August 2026 unter 1.000 EUR) oder Komplettsysteme mit Ryzen AI Max+ 395 und 64 bis 128 GB gemeinsamem Speicher (im September 2026 rund 1.950 bis 3.900 EUR inklusive, rund 1.650 bis 3.300 EUR ohne MwSt.). Die Speicherbandbreite ist der wichtigste Leistungsfaktor. Für die mittlere Modellklasse, die Dokumenten-Aufgaben abdeckt, reicht das aus.

Sind lokale Modelle so gut wie ChatGPT?

Nein, die Spitzenmodelle der Cloud-Anbieter bleiben voraus, besonders bei komplexem Schlussfolgern. Für Zusammenfassungen, Entwürfe, Übersetzungen und die Suche in eigenen Dokumenten sind offene Modelle wie Qwen 3.8, Gemma 4 oder gpt-oss inzwischen aber gut brauchbar. Entscheidend ist der konkrete Anwendungsfall, nicht der Benchmark.

Ist lokale KI automatisch DSGVO-konform?

Nein, aber sie beseitigt die größten Baustellen, weil keine Daten an einen KI-Anbieter fließen: kein AVV für die Modellnutzung, kein Drittlandtransfer. Die übrigen DSGVO-Pflichten bleiben bestehen, etwa Rechtsgrundlage, Zweckbindung, Zugriffskontrolle und je nach Verarbeitung eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Hat ein Wartungsdienstleister Zugriff auf Daten, kann ein AVV nötig sein.

Quellen

Die Angaben entsprechen dem oben genannten Stand. Die Quellen sind zum Nachschlagen genannt; die Website verlinkt keine externen Seiten.

  1. Microsoft: Microsoft 365 Copilot-Pläne und Preise (Deutschland), abgerufen am 22.09.2026
  2. OpenAI: Preise für Business (ChatGPT Business), abgerufen am 22.09.2026
  3. OpenAI Help Center: ChatGPT Business release notes (Preisänderung 2. April 2026, Premium-Plätze 24. August 2026), abgerufen am 22.09.2026
  4. Anthropic: Claude Pricing (Team und Enterprise), abgerufen am 22.09.2026
  5. heise online (c’t 3003): Lokale KI-Modelle sind jetzt brauchbar (und auf dieser Hardware laufen sie), 24. Oktober 2025
  6. heise online (c’t 3003): Was ich über lokale KI gelernt habe, 28. August 2026
  7. Framework: Framework Desktop DIY Edition (AMD Ryzen AI Max 300), Preise Deutschland, abgerufen am 22.09.2026
  8. GMKtec: GMKtec EVO-X2 (AMD Ryzen AI Max+ 395), Preise im deutschen Shop, abgerufen am 22.09.2026
  9. Eurostat: Electricity prices for non-household consumers, bi-annual data (nrg_pc_205), 11. August 2026
  10. Qwen (Alibaba): Qwen3.8-27B, Modellkarte, abgerufen am 22.09.2026
  11. Google: Gemma 4: Byte for byte, the most capable open models, 2. April 2026
  12. Unsloth: Qwen3.8 und Gemma 4 lokal ausführen: Speicherbedarf nach Quantisierung, abgerufen am 22.09.2026
  13. OpenAI: gpt-oss-120b und gpt-oss-20b, Modellkarten, abgerufen am 22.09.2026
  14. Mistral AI: Introducing Mistral Small 4, 16. März 2026
  15. Mistral AI: Introducing Mistral 3 (Ministral 3B, 8B, 14B), 2. Dezember 2025
  16. Meta: Llama 4 Acceptable Use Policy, abgerufen am 22.09.2026

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